Renale Denervierung (RDN) für die Therapie der unkontrollierten (therapie-resistenten) arteriellen Hypertonie
Eine Veränderung der Lebensgewohnheiten und die Einnahme von Medikamenten sind oft nicht ausreichend, um den Blutdruck zu kontrollieren. Leider liegt bei 35% der Bluthochdruck-Erkrankten eine unkontrollierte Hypertonie vor. Über eine therapierefraktäre arterielle Hypertonie oder unkontrollierten Bluthochdruck spricht man, wenn es trotzt mindestens vier Medikamenten in maximaler oder maximal tolerierter Dosierung (inklusive eines Diuretikums) keine leitliniengerechte Blutdruckeinstellung (>140/90 mmHg allgemein, > 130-139/80-85 mmHg bei Diabetiker und > 130/80 mmHg bei chronischer Nierenerkrankung) gelingt. Hier kann die renale Denervierung (RDN) eine ergänzende Behandlungsmethode darstellen und dabei helfen, den Blutdruck zu senken. Beim Management von Bluthochdruck heißt es schließlich: je niedriger, desto besser.
Was ist Renale Denervierung (RDN)?
Die Renale Denervierung, auch RDN, stellt ein minimalinvasives Verfahren in der Kardiologie dar. Durch einen speziellen Katheter werden dabei die überaktiven Nervenstränge rund um die Nierenarterien mittels Radiofrequenz-Energie verödet und somit selektiv deaktiviert. Auf diese Weise kann es zu einer verringerten Bildung von blutdrucksteigernden Hormonen kommen, was bei vielen Patienten zu einer Senkung des Bluthochdrucks führen kann. Primäres Ziel der Behandlung ist eine gute Einstellung des Bluthochdrucks und die Senkung der Risiken für Folgeerkrankungen. Lässt sich der Blutdruck nicht allein durch Veränderung der Lebensgewohnheiten oder medikamentöse Behandlung kontrollieren, kann das Verfahren höchst nützlich sein.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Die Zugangsstelle in der Leiste wird mit einem örtlichen Betäubungsmittel betäubt. Beim Einführen des Katheters verspüren die meisten Patienten nur ein leichtes Druck- oder Ziehgefühl. Da sich jedoch keine Nervenenden innerhalb der Arterien befinden, können Patienten den Katheter in ihrem Körper nicht spüren. Die Schmerz- und Schlafmittel werden während der Energieapplikationen nach Bedarf intravenös verabreicht, um Schmerzen vorzubeugen.
Wie weiß der Arzt, dass sich der Katheter an der richtigen Stelle befindet?
Ein Kontrastmittel wird unter Röntgen-Kontrolle in die Nierenarterien eingespritzt. Der Arzt kann die Position des RDN-Katheters in Ihren Arterien verfolgen und die besten Stellen für die gleichzeitigen Energieapplikationen über 4 Elektroden auswählen.
Wird etwas in meinen Körper implantiert?
Für diesen Eingriff sind keine Implantate erforderlich!
Wie lange dauert der Eingriff?
Der ganze Eingriff nimmt etwa 40 Minuten in Anspruch.
Wann kann ich meine normalen Aktivitäten wieder aufnehmen?
Viele Patienten können sehr schnell nach dem Eingriff in den Alltag und zur Arbeit zurückkehren.
Kann ich mein blutdrucksenkendes Medikament nach dem Eingriff absetzen?
Ihr Arzt wird Sie im Hinblick auf die Möglichkeit beraten, die Dosis Ihrer Medikamente zu senken. Besprechen Sie Ihre Medikamente unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie auf eigene Faust Ihre Dosis ändern oder Medikamente absetzen.
Nachsorge
Nach dem Eingriff werden Sie in einen Bereich verlegt, wo Krankenpfleger Ihre Erholung überwachen können. Sie werden angewiesen, ca. 4 Stunden zu liegen und Ihr Bein gerade zu halten, um eine Blutung aus der Punktionsstelle zu verhindern. Ihre Punktionsstelle wird streng überwacht. Nach der RDN sollten Sie gesunde Lebensgewohnheiten aufrechterhalten. Befolgen Sie deshalb den Rat Ihres Arztes genau. Nehmen Sie weiterhin Ihre blutdrucksenkenden Medikamente gemäß den Anweisungen Ihres Arztes ein. Blutdrucksenkende Medikamente wirken nur, solange sie auch eingenommen werden. Setzen Sie das Medikament nicht ab bzw. ändern Sie nicht die Dosis, ohne vorher mit Ihrem Arzt zu sprechen.