Sonja Kukuk

Beckenbodenzentrum

Zentrales Patientenmanagement:
T 02152 142-1420
F 02152 142-9790
zpm-kem@artemed.de

Schwangere bei der Beckenbodentherapie
Beckenbodenzentrum am Hospital zum Heiligen Geist in Kempen

Interdisziplinäres Kontinenz- und Beckenbodenzentrum im Hospital

Das interdisziplinäre Kontinenz- und Beckenbodenzentrum in Kempen ist Ihre spezialisierte Anlaufstelle für eine umfassende medizinische Versorgung bei Beckenbodenbeschwerden. Wir behandeln Patientinnen mit funktionellen Störungen des Beckenbodens ganzheitlich und auf ihre persönliche Situation abgestimmt. Unser Ziel ist es, Ihnen nicht nur eine medizinisch hochwertige Diagnostik und Therapie anzubieten, sondern Sie auch verständlich zu beraten und sicher durch den Behandlungsprozess zu begleiten.

Ungewollter Urin- oder Stuhlverlust, plötzlich einsetzender Harndrang, Schwierigkeiten bei der Entleerung von Blase oder Darm oder ein Druck- und Fremdkörpergefühl in der Scheide können den Alltag erheblich belasten. Viele dieser Beschwerden lassen sich jedoch gut behandeln.

Im Beckenbodenzentrum Kempen betrachten wir Blase, Darm, Gebärmutter, Scheide und Beckenboden nicht getrennt voneinander. Wir hören Ihnen zunächst genau zu, untersuchen die möglichen Ursachen sorgfältig und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der zu Ihren Beschwerden, Ihren Wünschen und Ihrer Lebenssituation passt.

Nicht jede Beckenbodenbeschwerde muss operiert werden. Häufig stehen wirksame konservative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wenn eine Operation sinnvoll sein kann, erläutern wir Ihnen verständlich die möglichen Verfahren, Alternativen und Besonderheiten.

Chefärztin

Beckenbodenzentrum - Chefärztin Dr. med. Sonja Kukuk

Dr. Sonja Kukuk
Chefärztin Beckenbodenzentrum und Gynäkologie

Kontakt

  • Zentrales Patientenmanagement:
    T 02152 142-1420
    F 02152 142-9790
    zpm-kem@artemed.de

    Telefonisch erreichbar von
    Mo. – Fr. von 8.00 - 16.00 Uhr

  • Sprechzeiten
    Mo. – Fr. 08.00 - 16.00 Uhr

    Privatsprechstunde Frau Dr. Kukuk: 
    Di. 09.00 - 16.00 Uhr
    Do. 09.00 - 13.30 Uhr 

Bitte bringen Sie - soweit vorhanden - folgende Unterlagen mit:

  • Elektronische Gesundheitskarte
  • Aktuellen Überweisungsschein
  • Medikamentenplan und Angaben zu Allergien oder Unverträglichkeiten
  • Arztbriefe, Operationsberichte und Befunde früherer Behandlungen
  • Relevante Ultraschall-, Röntgen- oder MRT-Befunde
  • Ein ausgefülltes Miktionsprotokoll über mindestens drei Tage, wenn Sie Beschwerden beim Wasserlassen, Harndrang oder Urinverlust haben
  • Eine kurze Liste der Fragen, die Sie im Gespräch klären möchten

Unser Leistungsspektrum

  • Diagnostik

    Eine sorgfältige Diagnostik ist die Grundlage jeder erfolgreichen Therapie.
    Wir setzen moderne, schonende Untersuchungsverfahren ein, um die Ursache Ihrer Beschwerden genau zu verstehen.

    Unsere diagnostischen Verfahren umfassen vor allem:

    • Individuelle Anamnese und Befunderhebung,
      einschließlich standardisierter Fragebögen (z. B. Deutscher Beckenbodenfragebogen, ICIQ-Short-Form) sowie Miktionsprotokolle
    • Gynäkologische und urologische klinische Untersuchung
    • Beckenboden-Sonographie (Pelvic Floor Sonographie)
      zur dynamischen Beurteilung von Blase, Harnröhre, Gebärmutter und Beckenboden
    • Urodynamische Untersuchung
      zur funktionellen Abklärung von Blasenentleerung und Inkontinenz
    • Radiologische Untersuchungen
      zur weiterführenden bildgebenden Abklärung bei speziellen Fragestellungen (wie z.B. retrograde Harnleiterdarstellungen oder Zystogramme bei V.a. Fisteln im Beckenbodenbereich

    Die Untersuchungen erfolgen nach einem strukturierten diagnostischen Konzept und werden individuell an Ihre Beschwerden angepasst.

    Gemeinsam entscheiden wir, welche Therapieform für Sie sinnvoll ist.

  • Konservative Therapie

    Nicht jede Beckenbodenerkrankung erfordert eine operative Behandlung. In vielen Fällen lassen sich die Beschwerden durch konservative Maßnahmen deutlich lindern oder sogar vollständig beheben.

    Konservative Therapien stellen häufig eine wirksame und gleichwertige Alternative zu einem operativen Eingriff dar und werden daher in der Regel zunächst empfohlen. Auch nach einer operativen Korrektur eines Beckenbodendefekts können unterstützende Maßnahmen und Hilfsmittel dazu beitragen, das Behandlungsergebnis langfristig zu stabilisieren und einem Wiederauftreten der Beschwerden vorzubeugen.

    Zu unseren konservativen Therapien zählen:

    • Pessartherapie bei Beckenbodensenkung
    • Elektrostimulation des Beckenbodens
    • Gezieltes Beckenbodentraining (ggf. in Zusammenarbeit mit spezialisierten Therapeut:innen)
    • Beratung zu Alltagsanpassungen und Verhaltensmaßnahmen

    In unserer Pessarsprechstunde bieten wir eine individuelle Beratung sowie die Anpassung geeigneter Pessare an. Diese Leistung wird in ihrem Umfang derzeit nicht regelhaft von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und erfolgt daher als Selbstzahlerleistung.

  • Operative Therapie

    Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirksam sind, stehen uns moderne operative Verfahren zur Verfügung. Die Wahl des Operationsverfahrens erfolgt immer individuell – abhängig von Beschwerden, Befunden und persönlichen Bedürfnissen. 

    Therapie der Beckenbodensenkung

    • Vaginale Operationsverfahren
      –– Rekonstruktive Eingriffe mit Eigengewebe
      (z. B. vordere und hintere Scheidenplastik, Dammaufbau)
    • unter Verwendung von Netzmaterial (z.B. in der Rezidiv-Situation) 

       
    • Laparoskopische (minimalinvasive) Operationsverfahren
      – mit Eigengewebe (z. B. ligamentäre Stabilisierung)
      – mit Netzimplantation (z. B. Sakropexie-Verfahren
    • Kombinierte vaginale-laparoskopische Verfahren (z.b bei komplexen Befunden) 

     

    Therapie der Harninkontinenz

    • TVT-Band-Operation
      Ein spannungsfreies Band wird unter der Harnröhre platziert, um diese bei Belastung zu stabilisieren.
    • Bulking-Therapie (z. B. Bulkamid®)
      Durch die Unterspritzung der Harnröhre wird deren Verschlussfunktion verbessert.
    • Kolposuspension nach Burch
      Minimalinvasives operatives Verfahren zur Anhebung und Stabilisierung des Übergangs zwischen Blase und Harnröhre, um den Harnverlust bei Belastung zu reduzieren
    • Blasenhalsstabilisierung mittels Naht (Eigengewebe)
      Stabilisierung des Blasenhalses durch gezielte Nahttechniken unter Verwendung körpereigenen Gewebes.

    Welche Methode für Sie geeignet ist, besprechen wir ausführlich in einem persönlichen Gespräch.

Mit diesen Beschwerden helfen wir

  • Ungewollter Urinverlust beim Husten, Niesen, Lachen, Heben oder Sport
  • Plötzlicher, schwer aufschiebbarer Harndrang - mit oder ohne Urinverlust
  • Sehr häufiges Wasserlassen am Tag oder in der Nacht
  • Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
  • Druck-, Zug- oder Fremdkörpergefühl in der Scheide oder ein sicht- beziehungsweise tastbarer Vorfall
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Ungewollter Abgang von Luft, flüssigem oder festem Stuhl
  • Verstopfung oder das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung
  • Blasen- oder Darmfunktionsstörungen im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen oder nach vorausgegangenen Operationen
Hernien Patientin Hospital Kempen

Unser Anspruch

Beckenbodenbeschwerden betreffen oft mehrere Organe gleichzeitig und sind für viele Frauen ein sensibles Thema. Deshalb planen wir ausreichend Raum für Ihre Schilderung, erklären Untersuchungsergebnisse in verständlicher Sprache und beziehen Ihre persönlichen Ziele in jede Therapieentscheidung ein.

Je nach Fragestellung arbeiten Ärztinnen und Ärzte aus Gynäkologie, Urologie, Proktologie, Allgemeinchirurgie, Neurologie, Gastroenterologie und Radiologie zusammen. Ergänzend beziehen wir spezialisierte Physiotherapie sowie die Bereiche Neuromodulation und Wirbelsäulenchirurgie ein.

FAQ

  • Was erwartet mich beim ersten Termin?

    Zunächst sprechen wir ausführlich mit Ihnen. Uns interessiert, wann Ihre Beschwerden auftreten, wie stark sie Sie im Alltag beeinträchtigen und welche Behandlungen oder Operationen bereits erfolgt sind. Auch Erkrankungen, Medikamente, frühere Geburten sowie Blasen-, Darm- und gegebenenfalls sexuelle Beschwerden können für die Einordnung wichtig sein.

    Anschließend erfolgt eine auf Ihre Beschwerden abgestimmte Untersuchung. Dazu können eine gynäkologische beziehungsweise urologische Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung des Beckenbodens, eine Urinuntersuchung und die Messung des Restharns nach dem Wasserlassen gehören.

    Nicht jede Patientin benötigt alle Untersuchungen. Eine Blasendruckmessung, Blasenspiegelung oder weiterführende Bildgebung führen wir nur durch, wenn sich daraus eine für Ihre Behandlung wichtige zusätzliche Information ergibt.

    Zum Abschluss besprechen wir die Befunde mit Ihnen. Gemeinsam legen wir fest, welche weiteren Schritte sinnvoll sind. Sie erhalten Gelegenheit, Fragen zu stellen und Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten in Ruhe zu verstehen.

  • Welche Untersuchungen können sinnvoll sein?

    Gespräch und Fragebögen

    Eine genaue Beschreibung Ihrer Beschwerden ist ein zentraler Teil der Diagnostik. Standardisierte Fragebögen können dabei helfen, Beschwerden und deren Auswirkungen auf Ihre Lebensqualität vollständig zu erfassen. Sie ersetzen jedoch nicht das persönliche Gespräch.

    Miktionsprotokoll oder Blasentagebuch

    Über mindestens drei Tage notieren Sie Trinkmenge, Uhrzeit und Menge des Wasserlassens, Harndrang, Urinverlust und gegebenenfalls den Wechsel von Vorlagen. So erhalten wir ein alltagsnahes Bild Ihrer Blasenfunktion.

    Urinuntersuchung und Restharnmessung

    Eine Urinprobe kann Hinweise auf eine Harnwegsinfektion, Blut oder andere Auffälligkeiten geben. Nach dem Wasserlassen messen wir bei Bedarf mit Ultraschall, ob und wie viel Urin in der Blase zurückbleibt.

    Urogynäkologische Untersuchung und Beckenbodensonographie

    Bei der klinischen Untersuchung beurteilen wir unter anderem Beckenboden, Scheide und mögliche Senkungen. Mit einer Beckenbodensonographie können wir Blase, Harnröhre, Gebärmutter und Beckenboden auch unter Bewegung, Husten oder Pressen darstellen.

    Blasendruckmessung - Urodynamik

    Eine Urodynamik untersucht, wie Blase und Harnröhre beim Füllen und Entleeren zusammenarbeiten. Dazu werden dünne Messkatheter verwendet. Die Blase wird kontrolliert mit Flüssigkeit gefüllt; dabei erfassen wir Druck, Harndrang, möglichen Urinverlust und die anschließende Entleerung.

    Die Untersuchung ist nicht bei jeder Patientin erforderlich. Wir empfehlen sie insbesondere dann, wenn die Beschwerden oder Befunde nicht eindeutig sind oder das Ergebnis die Auswahl einer Behandlung beeinflussen kann.

    Blasenspiegelung und weitere Bildgebung

    Eine Blasenspiegelung oder radiologische Untersuchung kann bei besonderen Fragestellungen sinnvoll sein. Wir erklären Ihnen vorher, warum die Untersuchung empfohlen wird und wie sie abläuft.

  • Welche konservativen Behandlungen bieten wir an?

    Beratung und Anpassung von Gewohnheiten

    Je nach Beschwerdebild können Veränderungen von Trink- und Toilettengewohnheiten, ein Blasen- oder Toilettentraining, die Behandlung einer Verstopfung oder weitere alltagsbezogene Maßnahmen sinnvoll sein. Pauschale Regeln sind nicht für jede Patientin geeignet.

    Spezialisierte Beckenbodentherapie

    Gezieltes, angeleitetes Beckenbodentraining kann insbesondere bei Belastungsinkontinenz, Mischinkontinenz und leichteren Senkungsbeschwerden helfen. Nicht immer geht es nur um Kräftigung: Bei bestimmten Entleerungsstörungen kann auch das bewusste Entspannen und koordinierte Arbeiten des Beckenbodens wichtig sein.

    Pessartherapie

    Ein Pessar ist ein Hilfsmittel, das in die Scheide eingesetzt wird und abgesenkte Organe stützen kann. Es kann vorübergehend oder längerfristig genutzt werden und kommt auch infrage, wenn eine Operation nicht gewünscht oder derzeit nicht sinnvoll ist.

    In unserer Pessarsprechstunde wählen wir gemeinsam eine geeignete Form und Größe aus, überprüfen den Sitz und erklären die Anwendung sowie notwendige Kontrollen.

    Medikamente und lokale Behandlung

    Bei einer überaktiven Blase können Medikamente eingesetzt werden, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen. Bei Beschwerden im Zusammenhang mit den Wechseljahren oder wiederkehrenden Harnwegsinfektionen kann nach individueller Prüfung auch eine lokale Behandlung der Scheidenschleimhaut erwogen werden.

    Elektrostimulation und Nervenstimulation

    Je nach Ursache kommen elektrische Stimulationsverfahren oder eine gezielte Nervenstimulation infrage. Bei komplexen oder länger bestehenden Beschwerden prüfen wir gemeinsam mit den spezialisierten Bereichen im Hospital, ob eine weiterführende Behandlung sinnvoll ist.

  • Wie behandeln wir eine Beckenbodensenkung?

    Bei einer Beckenbodensenkung können sich Blase, Gebärmutter, Scheide oder Enddarm nach unten verlagern. Typische Beschwerden sind ein Druck- oder Fremdkörpergefühl, Ziehen im Unterbauch, ein sicht- oder tastbarer Vorfall sowie Probleme beim Wasserlassen oder bei der Darmentleerung.

    Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt nicht nur vom Ausmaß der Senkung ab. Entscheidend sind Ihre Beschwerden, Ihr Leidensdruck, Ihre Lebenssituation, Begleiterkrankungen, vorausgegangene Operationen und Ihre persönlichen Wünsche.

    Mögliche konservative Behandlungen sind spezialisiertes Beckenbodentraining, eine Pessartherapie und gegebenenfalls eine lokale Behandlung der Schleimhaut. Wenn diese Möglichkeiten nicht ausreichen oder Sie eine operative Behandlung wünschen, besprechen wir geeignete Operationsverfahren mit Ihnen.

    Operationen können über die Scheide, minimalinvasiv per Bauchspiegelung oder als Kombination beider Zugangswege erfolgen. Je nach Befund stehen rekonstruktive Verfahren mit körpereigenem Gewebe sowie in ausgewählten Situationen Verfahren mit Netzmaterial zur Verfügung. Ob die Gebärmutter erhalten werden kann oder soll, wird individuell mit Ihnen besprochen.

    Für jede Operationsmethode erläutern wir den zu erwartenden Nutzen, mögliche Risiken, Alternativen und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens. Netzmaterial wird nur bei ausgewählter Indikation und nach gesonderter, ausführlicher Aufklärung eingesetzt.

  • Wie behandeln wir Urinverlust bei Belastung?

    Bei der Belastungsinkontinenz reicht der Verschluss der Harnröhre bei einer Druckerhöhung im Bauchraum nicht aus. Die Stärke der Beschwerden und ihre Auswirkungen auf Ihren Alltag können sehr unterschiedlich sein.

    In der Regel besprechen wir zunächst konservative Möglichkeiten wie angeleitetes Beckenbodentraining und alltagsbezogene Maßnahmen. Wenn dadurch keine ausreichende Besserung erreicht wird oder eine Operation gewünscht ist, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

    • Spannungsfreies Band unter der Harnröhre, zum Beispiel ein TVT-Band
    • Unterspritzung der Harnröhre mit einem Füllstoff, zum Beispiel Bulkamid
    • Minimalinvasive Anhebung und Stabilisierung des Übergangs zwischen Blase und Harnröhre, zum Beispiel eine Kolposuspension nach Burch
    • Stabilisierung des Blasenhalses mit Nahttechniken und körpereigenem Gewebe

    Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Ihren Befunden, früheren Operationen, Begleiterkrankungen und Ihren persönlichen Prioritäten ab. Wir erklären Ihnen die Unterschiede und treffen die Entscheidung gemeinsam.

  • Wie behandeln wir überaktive Blase und Dranginkontinenz?

    Die Beschwerden einer überaktiven Blase können verschiedene Ursachen und verstärkende Faktoren haben. Deshalb prüfen wir unter anderem Trink- und Miktionsgewohnheiten, Urinbefund, Restharn, Medikamente und mögliche Begleiterkrankungen.

    Zu den ersten Behandlungsmöglichkeiten gehören eine individuelle Beratung, Blasentraining und gegebenenfalls Beckenbodentherapie. Wenn dies nicht ausreichend hilft, können Medikamente oder Nervenstimulationsverfahren eingesetzt werden.

    Bei anhaltenden Beschwerden können nach sorgfältiger Abwägung auch eine Injektion von Botulinumtoxin in die Blasenwand oder eine sakrale Neuromodulation infrage kommen. Vor einer Botulinumtoxin-Behandlung sprechen wir insbesondere über die begrenzte Wirkungsdauer, mögliche Harnwegsinfektionen und das Risiko einer vorübergehend erschwerten Blasenentleerung.

    Bei der sakralen Neuromodulation wird zunächst in einer Testphase geprüft, ob die Nervenstimulation Ihre Beschwerden ausreichend verbessert. Erst bei erfolgreicher Testphase wird über eine dauerhafte Implantation entschieden.

  • Was tun bei Blasenentleerungsstörungen oder wiederkehrenden Harnwegsinfektionen?

    Eine erschwerte Blasenentleerung kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise eine Senkung, eine nicht ausreichend kräftige Blasenmuskulatur, ein nicht richtig entspannender Beckenboden, neurologische Erkrankungen, Medikamente oder Folgen früherer Operationen.

    Zur Abklärung können eine Restharnmessung, ein Blasentagebuch, Urinflussmessungen, eine Urodynamik oder weitere Untersuchungen erforderlich sein. Die Behandlung richtet sich nach der festgestellten Ursache.

    Bei wiederkehrenden Harnwegsinfektionen prüfen wir, ob tatsächlich wiederholt bakterielle Infektionen vorliegen und ob begünstigende Faktoren wie Restharn oder Veränderungen der Schleimhaut bestehen. Dazu können Urinkulturen und Ultraschalluntersuchungen sinnvoll sein. Eine Blasenspiegelung ist nicht automatisch bei jeder Patientin notwendig.

    Je nach Befund besprechen wir vorbeugende Maßnahmen, eine lokale Behandlung in und nach den Wechseljahren oder weitere medikamentöse Strategien. Eine längerfristige Antibiotikabehandlung ist nicht der erste Schritt für jede Patientin und wird individuell abgewogen.

  • Was gilt bei Stuhlinkontinenz und Entleerungsstörungen des Darms?

    Ungewollter Abgang von Luft, flüssigem oder festem Stuhl, Stuhlschmieren, starker Stuhldrang, Verstopfung oder das Gefühl einer unvollständigen Entleerung können mit Veränderungen des Beckenbodens zusammenhängen.

    Wir fragen gezielt nach Art, Häufigkeit und Auslösern der Beschwerden und untersuchen, ob eine Senkung oder andere Beckenbodenveränderung beteiligt ist. Je nach Fragestellung beziehen wir Proktologie, Allgemeinchirurgie, Gastroenterologie, Radiologie und spezialisierte Physiotherapie ein.

    Die Behandlung kann unter anderem eine Regulation der Stuhlkonsistenz, Toiletten- und Ernährungsberatung, Beckenbodentherapie, Biofeedback, Pessartherapie oder eine weiterführende spezialisierte Behandlung umfassen. Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten kann auch eine sakrale Neuromodulation geprüft werden.

  • Wann kommt eine Operation infrage?

    Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn Beschwerden deutlich belasten, konservative Behandlungen nicht ausreichend helfen oder wenn Sie sich nach verständlicher Beratung bewusst für einen Eingriff entscheiden.

    Wir beziehen bei der Auswahl des Verfahrens Ihre Beschwerden, Untersuchungsbefunde, frühere Operationen, Begleiterkrankungen, den Wunsch nach Organerhalt sowie Ihre persönliche Lebensplanung ein. Nicht jede technisch mögliche Operation ist für jede Patientin die beste Lösung.

    Vor einer Entscheidung erklären wir Ihnen das vorgeschlagene Verfahren, realistische Behandlungsziele, Behandlungsalternativen und mögliche Risiken. Sie erhalten ausreichend Gelegenheit für Fragen. Die Informationen auf dieser Website dienen der Vorbereitung und Orientierung; sie ersetzen nicht das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch.

    Unser operatives Spektrum bei Beckenbodenbeschwerden

    • Vaginale Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe, zum Beispiel vordere oder hintere Scheidenplastik und Dammaufbau
    • Vaginale Verfahren mit Netzmaterial in ausgewählten Situationen, insbesondere bei komplexen oder erneut aufgetretenen Senkungen
    • Minimalinvasive laparoskopische Stabilisierung mit körpereigenem Gewebe oder mit Netzimplantation, zum Beispiel Sakropexie-Verfahren
    • Kombinierte vaginale und laparoskopische Verfahren bei komplexen Befunden
    • TVT-Band-Operation, Bulking-Therapie, Kolposuspension nach Burch und Nahtverfahren bei Belastungsinkontinenz
  • Wie laufen Vorbereitung, Operation und Nachsorge ab?
    1. Operationsentscheidung: Wir besprechen Befund, Behandlungsziel, Alternativen und das für Sie geeignete Verfahren.
    2. Vorbereitung: Sie erhalten die notwendigen Informationen zu Voruntersuchungen, Medikamenten, Narkosegespräch und Aufnahmetermin.
    3. Behandlung: Je nach Art und Umfang erfolgt der Eingriff ambulant oder kurzstationär. Welche Form vorgesehen ist, wird mit Ihnen vorab festgelegt.
    4. Entlassung: Sie erhalten einen Arztbrief, einen Medikamentenplan und konkrete Hinweise zu Belastung, Wundpflege, Körperpflege, Sport, Geschlechtsverkehr und Kontrollterminen.
    5. Nachsorge: Die weitere Betreuung erfolgt abgestimmt zwischen unserem Zentrum und Ihrer niedergelassenen Ärztin beziehungsweise Ihrem niedergelassenen Arzt.

    Die Empfehlungen nach einer Operation unterscheiden sich je nach Eingriff und individuellem Verlauf. Deshalb veröffentlichen wir keine pauschalen Belastungsverbote für sämtliche Operationen, sondern geben Ihnen passende schriftliche Hinweise mit.

  • Weitere häufige Fragen

    Muss eine Senkung immer operiert werden?

    Nein. Entscheidend sind Ihre Beschwerden und Ihr persönlicher Leidensdruck. Je nach Situation kommen Beobachtung, Beckenbodentherapie, ein Pessar oder eine Operation infrage.

    Benötigt jede Patientin eine Blasendruckmessung?

    Nein. Eine Urodynamik wird gezielt eingesetzt, wenn sie eine wichtige Frage klären und die Behandlungsauswahl beeinflussen kann.

    Ist eine Urodynamik schmerzhaft?

    Das Einführen der dünnen Katheter und die gefüllte Blase können unangenehm sein. Wir erklären jeden Schritt, arbeiten möglichst schonend und Sie können jederzeit mitteilen, wenn Sie eine Pause benötigen.

    Muss ich mich vor meinem Termin für eine Operation entscheiden?

    Nein. Der erste Termin dient der Einordnung Ihrer Beschwerden und der Beratung. Eine Therapieentscheidung wird erst getroffen, wenn die notwendigen Befunde vorliegen und Ihre Fragen beantwortet sind.

    Kann ich zunächst eine konservative Behandlung versuchen?

    In vielen Situationen ist das sinnvoll. Welche konservativen Möglichkeiten geeignet sind, hängt von der Ursache Ihrer Beschwerden und Ihren persönlichen Zielen ab.

    Werden meine Beschwerden vertraulich behandelt?

    Ja. Blasen-, Darm- und Beckenbodenbeschwerden sind sensible Themen. Wir behandeln Ihre Angaben und Befunde selbstverständlich vertraulich.

Ihr Behandlungspfad

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden, wählen gezielt die richtige Diagnostik und entscheiden gemeinsam mit Ihnen über die optimale Therapie.

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  1. Beschwerde verstehen
  2. Individuell behandeln
  3. Nachsorge sichern

Das Team

  • Beckenbodenzentrum - Chefärztin Dr. med. Sonja Kukuk

    Dr. Sonja Kukuk
    Chefärztin Beckenbodenzentrum und Gynäkologie

  • Ardawan Ilkhanipur - Oberarzt Beckenbodenzentrum

    Ardawan Ilkhanipur
    Oberarzt Beckenbodenzentrum und Gynäkologie

  • Jette Durukan - Oberärztin Beckenbodenzentrum

    Jette Durukan
    Oberärztin Beckenbodenzentrum und Gynäkologie

Weiterführende Informationen

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