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Neuromodulation

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Neuromodulation bei Inkontinenz

Harn- oder Stuhlinkontinenz kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Viele Betroffene ziehen sich aus dem Alltag zurück, obwohl es heute wirksame Therapien gibt. Eine dieser modernen Möglichkeiten ist die Neuromodulation, auch sakrale Neuromodulation oder Nervenstimulation genannt.

 

Wie funktioniert die sakrale Neuromodulation?

Unterschiedliche Nerven steuern die Funktion von Blase, Darm und Beckenboden. Durch sanfte elektrische Impulse soll das Zusammenspiel zwischen Nerven und Muskulatur wieder verbessert werden. Man kann sich die Methode ähnlich wie einen „Schrittmacher“ vorstellen – nur nicht für das Herz, sondern für die Blasen- und Darmfunktion.

 

Für wen eignet sich die Neuromodulation?

Die Behandlung kann hilfreich sein bei:

  • Harninkontinenz, z. B. plötzlicher, nicht kontrollierbarer Harndrang oder ungewollter Urinverlust
  • Stuhlinkontinenz
  • Schwerer Verstopfung (chronische Obstipation)
  • Blasenentleerungsstörungen, bei denen die Blase nicht vollständig oder nur schwer geleert werden kann

Sie kommt in Frage, wenn andere Therapieformen wie Beckenbodentraining, Medikamente oder Verhaltenstherapie nicht ausreichend geholfen haben.

 

Wie funktioniert die Behandlung?

Die Therapie erfolgt in zwei Schritten:

1. Testphase

Zunächst wird eine dünne Elektrode in der Nähe des Kreuzbeins eingesetzt, um den sogenannten Sakralnerv (meist S3) zu stimulieren.
Der Stimulator wird für einige Tage bis Wochen extern getragen.
In dieser Zeit kann man prüfen, ob die Symptome sich deutlich bessern.

2. Dauerhafte Implantation

Wenn die Testphase erfolgreich ist, wird in einem kleinen Eingriff ein dauerhaftes Stimulationsgerät unter die Haut eingesetzt – ähnlich einem Herzschrittmacher.
Der Patient erhält eine Fernbedienung, um die Stärke der Stimulation selbst anzupassen.

 

Welche Vorteile bietet die Neuromodulation bei Harn- und Stuhlinkontinenz?

  • Verbesserung der Kontinenz oder sogar vollständige Symptomfreiheit
  • Keine dauerhafte Medikamenteneinnahme nötig
  • Schonende, reversible Therapie – das System kann jederzeit ausgeschaltet oder entfernt werden
  • Erhalt der normalen Alltagsaktivitäten, Sport und Reisen sind in der Regel möglich

 

Welche Risiken gibt es?

Wie bei jedem medizinischen Eingriff können Nebenwirkungen auftreten:

  • Schmerzen oder Wundheilungsprobleme an der Implantationsstelle
  • Verschiebung oder Ausfall der Elektrode
  • Vorübergehendes Kribbeln oder unangenehme Stimulation
  • Selten Infektionen

Die meisten Probleme lassen sich gut behandeln oder durch Nachjustierung beheben.

 

Was müssen Patientinnen und Patienten sonst wissen?

  • Der Eingriff ist in der Regel ambulant oder kurzstationär möglich.
  • Die Batterie hält meist mehrere Jahre und kann ausgetauscht werden.
  • Das System ist MRT-tauglich, je nach Modell (Ihr behandelnder Arzt informiert Sie darüber).
  • Viele Patient:innen berichten von einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität.

 

Neuromodulation ist eine wirksame, gut verträgliche und reversible Behandlungsmethode für Menschen mit Harn- oder Stuhlinkontinenz. Sie kann helfen, die Kontrolle über Blase und Darm wiederzuerlangen und somit ein aktives, selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wenn Sie diese Therapie in Betracht ziehen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Gemeinsam kann entschieden werden, ob eine Neuromodulation für Sie geeignet ist.

Chefarzt

Dr. Björn Carsten Schultheis - Chefarzt der Neuromodulation

Dr. Björn Carsten Schultheis
Chefarzt Neuromodulation

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