Harnleitererkrankungen behandeln im Hospital
Im Bereich des Harnleiters behandeln wir folgende Krankheitsbilder:
Harnleitersteine
Harnsteine gehören zu den häufigsten urologischen Krankheitsbildern.
Die Bildung von Harnsteinen kann verschiedene Gründe haben, z.B.:
- Falsche Ernährung, Übergewicht
- Zu geringe Trinkmenge
- Harnwegsentzündungen
- Stoffwechselstörungen (z.B. Überfunktion der Nebenschilddrüse)
- Abflussbehinderungen oder anatomische Besonderheiten der ableitenden Harnwege (z.B. eine Verengung des Nierenbeckens)
- Angeborene Stoffwechselerkrankungen (z.B. Zystinurie)
In unserer Klinik am Hospital zum Heiligen Geist in Kempen wird die modernste Steintherapie für Harnleitererkrankungen angeboten.
Moderne Steintherapie
Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL): Zertrümmerung von Harnsteinen durch energiereiche Stoßwellen die außerhalb des Körpers erzeugt und gezielt auf den Stein gerichtet werden.
Endoskopische Steinsanierung mittels Harnleiterspiegelung inklusive Lasertherapie zur Zertrümmerung von großen Harnleiter- und Nierensteinen (URS)
Mini Perkutane Nephrolitholapaxie (mini PCNL): Diese Methode wird bei Harnsteinen > 2 – 3cm eingesetzt. Es handelt es sich um ein endoskopisches und somit minimal-invasives Verfahren, wobei der Zugang durch eine direkte Punktion der Niere durch die Haut erfolgt.
Harnleiterverengungen
Ursächlich für eine Harnleiterverengung (Ureterstriktur) ist meist eine narbige Veränderung des Harnleiters. Je nach Sitz und Schweregrad der Verengung verfügen wir über verschiedene Behandlungsmethoden:
- Harnleiterteilresektion und End-zu-EndAnastomose: Das Verfahren findet Anwendung bei kurzstreckigen Verengungen. Dabei wird der betroffene Harnleiteranteil entfernt und die gesunden Harnleiterenden werden miteinander spannungsfrei vernäht, weshalb diese nicht zu weit auseinander liegen dürfen.
- Psoas-bladder-hitch-Plastik: Diese Technik wird eingesetzt, wenn der gesunde Teil des Harnleiters zu weit von der Harnblase entfernt ist um ihn spannungsfrei neu in die Harnblase einzupflanzen. Deswegen wird ein Teil der Harnblase nach oben in Richtung des gesunden Harnleiters gezogen und dort an einer Sehne des Psoas-Muskels angenäht. Über eine neu geschaffene Öffnung wird der gesunde Teil des Harnleiters wieder in die Blase eingenäht.
- Boari-Lappen-Plastik: Die Boari-Plastik ist eine plastische Operationsmethode zur Überbrückung von größeren Harnleiterdefekten. Hierbei wird ein Lappen aus der Harnblasenwand gebildet. Dieser wird dann zu einem Röhrchen geformt und an den Stumpf des gesunden Harnleiters angenäht.
- Darminterponat: langstreckige Harnleiterengen, z.B. wenn der Harnleiter auf die gesamte Länge verengt ist, werden durch enstprechende plastische Rekonstruktion mit Entnahme von Dünndarm saniert.
- Nierenbeckenplastik: Hierbei wird der Übergang zwischen Nierenbecken und Harnleiter plastisch rekonstruiert.
- Harnleiter-Schienen-Dauerversorgung: Bei dieser Behandlungsmethode wird ein dünner Silikonschlauch in den Harnleiter eingesetzt. Die Ableitung des Urins erfolgt weiterhin auf natürlichem Wege. Die Harnleiterschienen müssen spätestens alle drei bis sechs Monate gewechselt werden. Dieses Verfahren wird nur dann verwendet, wenn eine Rekonstruktion des Harnleiters oder eine Harnleiterschienung nicht durchführbar oder gewünscht sind.
- Nierenfistelkatheter: Über einen Silikonschlauch wird der Urin direkt aus dem Nierenbecken nach außen geleitet und in einen außerhalb des Körpers liegenden Katheterbeutel abgeleitet. Ein solcher Nierenfistelkatheter muss alle 4 Wochen ausgetauscht werden. Dieses Verfahren wird nur dann verwendet, wenn eine Rekonstruktion des Harnleiters oder eine Harnleiterschienung nicht durchführbar oder gewünscht sind.
- Allium-Stents: Hier wird – bei speziellen Indikationen - ein selbstexpandierender Stent in den Bereich der Verengung eingesetzt. Dieser kann längerfristig belassen werden.
Harnleiterkrebs
Bösartige Harnleitertumoren fallen häufig durch Blut im Urin oder im Rahmen von Routineuntersuchungen durch eine Harnabflussstörung der seitengleichen Niere auf. In diesen Fällen erfolgt zur weiteren Diagnostik die Durchführung einer Computertomographie der Bauchhöhle, bei der ein Kontrastmittel über die Vene verabreicht wird, oder - im Falle einer Kontrastmittelallergie oder Niereninsuffizienz - die Verabreichung des Kontrastmittels direkt in den Harnleiter im Rahmen einer Blasenspiegelung in Narkose. Die Diagnosesicherung geschieht dann durch eine Harnleiterspiegelung mit gleichzeitiger Entnahme einer Gewebsprobe, die histopathologisch aufgearbeitet wird. Ist ein Harnleiterkrebs nachgewiesen, kann in günstigen Risikokonstellationen die dem befallenen Harnleiter angeschlossene Niere erhalten werden, indem nur der tumortragende Harnleiteranteil entweder gelasert oder mit einem Sicherheitsabstand entfernt wird. Zur Rekonstruktion kommen je nach Länge der entfernten Strecke die oben genannten Verfahren von einer Teilresektion mit End-zu-End-Anastomose über die Psoas-Hitch-Plastik bis hin zur Boari-Lappen-Plastik in Frage, wobei intraoperativ durch eine Schnellschnittuntersuchung gesichert wird, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.
Chefärztinnen
Unsere Ausstattung
Um unsere Patienten ganzheitlich, leitliniengerecht und auf dem aktuellsten Stand der Medizin versorgen zu können, bedienen wir uns zahlreicher Einrichtungen, Geräte und Institutionen.






















