Hilfe bei Problemen am Harnleiter

Im Bereich des Harnleiters behandeln wir folgende Krankheitsbilder:

Harnleitersteine

Hierbei handelt es sich um ehemals asymptomatische Nierensteine, die sich in den Harnleiter verlagert haben und diesen mit dem Urinfluss entlang zur Blase wandern. Auf ihrem Weg verursachen sie häufig kolikartige Flanken- oder Bauchschmerzen, einen Harnstau oder Blut im Urin. Die Diagnose erfolgt mittels einer nativen Computertomographie, wobei ein spezielles low-dose-Protokoll zur Reduktion der Strahlenbelastung angewandt wird.

Ist die Diagnose gesichert, kann zwischen konservativer und operativer Therapie entschieden werden. Dies klären wir in einem persönlichen Gespräch. Die operative Therapie erfolgt mittels einer semirigiden Ureterorenoskopie (Harnleiterspiegelung). Dabei handelt es sich um eine hochgradig effektive Methode mit Steinfreiheitsraten bis 95%. Dabei werden die Harnsteine mit winzigen endoskopischen Instrumenten im Rahmen einer Harnleiterspiegelung unter Vollnarkose entfernt. Bei größeren Steinen steht uns ein Holmium-Laser zur Steinzertrümmerung zur Verfügung.

Die geborgenen Harnleitersteine werden zur Analyse versandt, um je nach Steinart eine Metaphylaxe einzuleiten, die einer weiteren Steinbildung vorbeugen soll.

 

Harnleiterverengungen

Ursächlich für eine Harnleiterverengung (Ureterstriktur) ist meist eine narbige Veränderung des Harnleiters. Je nach Sitz und Schweregrad der Verengung verfügen wir über verschiedene Behandlungsmethoden:

  • Psoas-bladder-hitch-Plastik: Diese Technik wird eingesetzt, wenn der gesunde Teil des Harnleiters zu weit von der Harnblase entfernt ist um ihn spannungsfrei neu in die Harnblase einzupflanzen. Deswegen wird ein Teil der Harnblase nach oben in Richtung des gesunden Harnleiters gezogen und dort an einer Sehne des Psoas-Muskels angenäht. Über eine neu geschaffene Öffnung wird der gesunde Teil des Harnleiters wieder in die Blase eingenäht.
  • Boari-Lappen-Plastik: Die Boari-Plastik ist eine plastische Operationsmethode zur Überbrückung von größeren Harnleiterdefekten. Hierbei wird ein Lappen aus der Harnblasenwand gebildet. Dieser wird dann zu einem Röhrchen geformt und an den Stumpf des gesunden Harnleiters angenäht.
  • Nierenbeckenplastik: Hierbei wird der Übergang zwischen Nierenbecken und Harnleiter plastisch rekonstruiert.
  • Harnleiter-Schienen-Dauerversorgung: Bei dieser Behandlungsmethode wird ein dünner Silikonschlauch in den Harnleiter eingesetzt. Die Ableitung des Urins erfolgt weiterhin auf natürlichem Wege. Die Harnleiterschienen müssen spätestens alle drei bis sechs Monate gewechselt werden.
  • Nierenfistelkatheter: Über einen Silikonschlauch wird der Urin direkt aus dem Nierenbecken nach außen geleitet und in einen außerhalb des Körpers liegenden Katheterbeutel abgeleitet. Ein solcher Nierenfistelkatheter muss alle vier bis sechs Wochen ausgetauscht werden. Dieses Verfahren wird nur dann verwendet, wenn eine Rekonstruktion des Harnleiters oder eine Harnleiterschienung nicht durchführbar oder gewünscht sind.
  • Allium-Stents: Hier wird – bei speziellen Indikationen - ein selbstexpandierender Stent in den Bereich der Verengung eingesetzt. Dieser kann längerfristig belassen werden.