Hospital zum Heiligen Geist
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Mit Stoßwellen gegen Alzheimer

Hospital zum Heiligen Geist, 13.10.2020

Das Hospital zum Heiligen Geist Kempen baut weltweit einzigartiges Neurozentrum zur Hirnstimulation weiter aus

Bereits Anfang des Jahres eröffnete das Neurozentrum in Kempen unter der Leitung seines Ärztlichen Direktors und Chefarztes Priv.-Doz. Dr. med. Lars Wojtecki das erste europäische Referenzzentrum für die sogenannte Tiefe Transkranielle Magnetstimulation (Deep TMS) bei Parkinson. Die Magnetstimulation von außen durch den Schädel ergänzte dabei das sehr etablierte Verfahren der Tiefen Hirnstimulation („Hirnschrittmacher“), bei dem allerdings eine Hirnoperation notwendig ist. Nun kann im Hospital zum Heiligen Geist Kempen eine weitere Methode angeboten werden, die überregional einzigartig ist und für die keine Operation notwendig ist – die Transkranielle Pulsstimulation (TPS). Die neuartige Methode kann bisher nur an wenigen Standorten in Europa und Hong-Kong angeboten werden.

Mit einem fokussierten Stoßwellen-Puls direkt am Schädelknochen kann in die gewünschten Hirn-Areale vorgedrungen werden und diese gezielt aktiviert werden. Die Behandlungsmethode ist nicht-invasiv, für den Patienten völlig schmerzfrei und erfolgt bei vollem Bewusstsein. Dank eines Navigationssystems kann der behandelnde Neurologe am Bildschirm genau auf den 3D-MRT-Gehirnbildern des Patienten visualisieren, wo die Stimulation ansetzen muss.

Verbesserung der erkrankten Hirnfunktion

Der Stoßwellen-Puls führt zu kurzfristigen Membranveränderungen an den Hirnzellen, wodurch die Konzentration von Transmittern und anderen biochemischen Stoffen lokal verändert wird. Die Konsequenz ist eine Aktivierung von Nervenzellen und Aufbau kompensatorischer Netzwerke, welche die erkrankte Hirnfunktion verbessern. Dies konnte in umfangreichen Laborstudien gezeigt werden. Kürzlich zeigten erste Pilot-Ergebnisse der Universität Wien, dass sich hiermit die Gehirnleistung bei Alzheimer-Patienten tatsächlich verbessern lässt. Die Anwendung bei Parkinson befindet sich ebenfalls in der Erprobung.

„In Kombination mit der Tiefen Transkraniellen Magnetstimulation (DeepTMS) ist unser Neurozentrum weltweit wohl einzigartig. Wir sind stolz, erneut Pionier sein zu können und das gesamte Spektrum der heute verfügbaren Methoden der Hirnstimulation für Parkinson und Alzheimer hier in Kempen anbieten zu können.“ so Chefarzt Wojtecki. Das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Durch die enge wissenschaftliche Anbindung von PD Dr. Lars Wojtecki an die Universitätsklinik Düsseldorf (dort leitet Wojtecki am Institut für Klinische Neurowissenschaften die Arbeitsgruppe "InterPHYS") werden eine Reihe Methoden der Neuromodulation angeboten und erprobt. In Kempen werden die neuen Behandlungsmethoden in der eigens dafür eingerichteten Brain Stimulation Suite durchgeführt.

Über die Behandlungsmöglichkeiten informieren der Chefarzt und sein Team in einer gesonderten Hirnstimulation-Sprechstunde: Tel.: (02152) 142-150 neurologie-kem@krankenhaus-kempen.de