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Hoffnung für Patienten mit Stuhl- und Harninkontinenz

Hospital zum Heiligen Geist, 20.09.2021

Wenn Blase und Darm schwächeln, können Patienten am Hospital zum Heiligen Geist Hilfe finden. Mit einer neuen operativen Methode können die Spezialisten der Fachabteilungen Chirurgie und Urologie ihren Patienten nun neue Hoffnung auf ein Leben mit mehr Lebensqualität schenken. Die Schrittmacher-Therapie aktiviert über Elektroden die Nerven und lindert so starke Inkontinenz.

Eine neue Methode zur Behandlung von Stuhlinkontinenz und Harninkontinenz ist im Hospital zum Heiligen Geist etabliert worden. Die Abteilungen Chirurgie und Urologie, die eng miteinander zusammenarbeiten, implantieren dabei einen sogenannten Schrittmacher für den Darmschließmuskel (Analsphinkter) bzw. einen Blasenschrittmacher. Dabei werden Elektroden im Bereich des Kreuzbeins an die Nerven angelegt, die den Afterschließmuskel bzw. die Blase versorgen. Durch ein spezielles Handy werden von außen mit einem auf den Patienten abgestimmten Stimulationsprogramm über die implantierten Elektroden die Nerven aktiviert. Dadurch können schwere Formen von Stuhlinkontinenz aber auch von Harninkontinenz behandelt werden.

Patienten mit einer Stuhlinkontinenz, bei denen also dauernd unwillkürlich Stuhl abgeht, sind dramatisch in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. „Patienten mit Stuhlinkontinenz ziehen sich meist stark zurück und leben in sozialer Isolation, weil sie in ständiger Angst sind, die Umgebung könnte bei ihnen Stuhlgeruch wahrnehmen. Für diese Patienten ist ein Schrittmacher ein wahrer Segen“, so Chirurgie-Chefarzt Dr. Sven Hansen.

Hilfe bei Blasenschwäche

Nicht ganz so dramatisch, dafür aber viel häufiger ist das Problem bei Harninkontinenz. Patienten, bei denen Medikamente oder auch eine Botox-Injektion in die Harnblase nicht zu einer Besserung führen, sind Kandidaten für einen Blasenschrittmacher. Vorher muss allerdings eine sogenannte urodynamische Untersuchung, das ist eine relativ aufwändige Untersuchung der Blasenfunktion, durchgeführt werden. Nach Implantation des Blasenschrittmachers muss das Stimulationsgerät individuell auf den Patienten eingestellt werden. „Unsere Erfahrungen mit dieser Methode sind bisher durchweg positiv. Allerdings ist dies sozusagen die „Ultima Ratio“, das heißt, es müssen vorher alle anderen therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft worden sein“, so Urologie-Oberärztin Dr. Melanie Homburger.

Begleitet wird die Operation im Übrigen immer von einem Spezialisten der Schrittmacherfirma, der schon während der Operation bei der Implantation der Elektroden die Reaktion der Nerven bestimmt und eine Voreinstellung des Stimulationsprogramms vornimmt. Seit fast 2 Jahren wird diese Therapie, die ansonsten nur in großen Kliniken durchgeführt wird, im Hospital zum Heiligen Geist angeboten, sodass mittlerweile solide und seriöse Erfahrungen mit der Methode vorliegen.

Sprechstunden können nach Vereinbarung über das Sekretariat vereinbart werden.

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