Behandelnde Ärzte

Dr. med. Stefan Hinsenkamp

Chefarzt, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und spezielle Unfallchirurgie

Dr. med. Christof Buchta

Ltd. Oberarzt, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Norman Grolms

Oberarzt, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie

Dr. med. Tobias Gensior

Oberarzt, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

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Erkrankungen des Kniegelenks

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Aufgrund seiner Komplexität können eine Vielzahl von unterschiedlichen Schädigungen auftreten. Unfallbedingte Verletzungen von Menisken und Bandstrukturen müssen zumeist einer operativen Behandlung unterzogen werden. Als Spätfolge solcher Kniebinnenschäden oder eigenständig altersbedingt, tritt der Verschleiß des Kniegelenks, die Gonarthrose, auf. Hier kann die Implantation eines künstlichen Gelenks notwendig werden.

Gelenkerhalt und Arthroskopie

Die Behandlung von Knieverletzungen und -erkrankungen gehört zu den Schwerpunkten unserer Abteilung. Für viele unserer Patienten sind Knieschmerzen ein ständiger Begleiter. Von Knieproblemen können Menschen aller Altersstufen und Aktivitätsniveaus betroffen sein, Leistungssportler und weniger aktive Gelegenheitssportler - oder auch Menschen, die sich wenig bewegen. Schmerzen im Kniebereich können dazu führen, dass auch alltägliche Bewegungen und Belastungen immer schwerer fallen.  Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenkes benötigen daher eine professionelle medizinische Begleitung, um dauerhaften Funktionseinschränkungen rechtzeitig entgegen zu wirken.

Häufige Verletzungen und Erkrankungen des Kniegelenks

Die Kniebinnenstrukturen (Knorpel, Menisken, Bänder) sind hohen Kräften ausgesetzt. So können Meniskusschäden beispielsweise unfallbedingt, aber auch alters- bzw. verschleissbedingt auftreten und zu schmerzhaften Funktionseinschränkungen bis hin zu Gelenkblockaden führen.

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist die häufigste schwere Bandverletzung des Kniegelenkes. Typische Ursache ist eine Kniegelenksverdrehung, z.B. beim Fußball, Handball oder Skifahren. Ein solcher Kreuzbandriss beeinträchtigt nachhaltig die Kniegelenksstabilität. Wichtig ist zu erkennen, ob abgesehen vom vorderen Kreuzband weitere Strukturen des Kniegelenkes (Seitenbänder, Kapsel, Meniskus) betroffen sind.


Die Kniescheibe kann ebenso zu schmerzhaften Belastungseinschränkungen führen. Schmerzen im Bereich der Kniescheibengelenkes werden vergleichsweise selten direkt durch einen Unfall verursacht. Es gibt zahlreiche, anlagebedingte Formen und Abweichungen der Anatomie. Eine ungünstige Führung der Kniescheibe in Kombination mit schwachen Haltebändern kann so eine Instabilität oder sogar Ausrenkung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager begünstigen. Häufig führen solche Kniescheibenausrenkungen zu dauerhaften Kniescheibeninstabilitäten und wiederholten Ausrenkungen, deren Folge Knorpelschäden und eine schwere Arthrose sein können.

Arthroskopie des Kniegelenks

An erster Stelle der Behandlung des Kniegelenkes steht immer eine präzise Untersuchung und Befragung der Patienten. Zielgerichtet kann die Diagnostik mit bildgebenden Verfahren ergänzt werden. Im Hospital zum heiligen Geist steht den behandelnden Ärzten hierfür die gesamte Bandbreite der modernen bildgebenden Verfahren (MRT, Sonographie, CT, etc.) zur Verfügung. Sollte eine Operation notwendig sein, so können gelenkerhaltende Operationen des Kniegelenkes mit modernsten Instrumentarien größtenteils minimal-invasiv in Form einer Gelenkspiegelung („Arthroskopie“) durchgeführt werden. Durch diese gewebeschonende Operationstechnik kann, abgesehen von kosmetischen Gesichtspunkten, die Regeneration beschleunigt werden. Neben Meniskusoperationen sind Kreuzbandoperationen sowie Stabilisierungsoperationen der Kniescheibe fester Bestandteil unseres operativen Spektrums.

Übersicht zu gelenkerhaltenden Operationen am Knie

  • Meniskuschirurgie und Meniskusersatz
  • Vordere Kreuzbandchirurgie/-plastik
  • Dynamische Kreuzbandnaht (LIGAMYS)
  • Stabilisierung bei akuter und wiederkehrender Kniescheibenluxation
  • Bein-Achskorrektur
  • Knorpelersatztherapie
Gelenkersatz (Endoprothetik)

Krankheitsbild Verschleiß des Kniegelenks (Gonarthrose)

Am Kniegelenk unterscheidet man die innenseitige (mediale) oder außenseitige  (laterale) Arthrose. Der dritte Gelenkabschnitt, das Kniescheibengelenk, kann ebenfalls isoliert oder in Kombination mit den anderen Gelenkabschnitten (Kompartimenten) betroffen sein. Sind alle Gelenkanteile betroffen, liegt eine trikompartimentäre oder Pangonarthrose vor.
Zumeist handelt es sich um einen belastungs- und altersbedingten Verschleiß. Aber auch frühere Verletzungen von Menisken und Bandstrukturen oder Fehlstellungen können zu einer dann oftmals vorzeitigen Arthrose führen. Neben den anfänglich belastungsabhängigen Beschwerden sind die voranschreitende Fehlstellung und die Einschränkung der Beweglichkeit Zeichen eines fortgeschrittenen Verschleißes.

Endoprothetik am Knie

Die endoprothetische Versorgung des erkrankten Kniegelenks stellt besondere Ansprüche an die verwendete Prothese und den Operateur, da nicht nur die zerstörten Gelenkflächen ersetzt werden müssen, sondern auch Rücksicht auf die bestehende Achsstellung des Gelenks sowie seine Beweglichkeit und Bandstabilität genommen werden muss.

Wie bei der Versorgung des Hüftgelenks stehen uns Endoprothesen höchster Qualität von international anerkannten Herstellern zur Verfügung. Aufgrund der besseren Ergebnisse verankern wir – beim Kniegelenk anders als beim Hüftgelenk – die Prothese in der Regel mit Zement.
Die Entscheidung für ein Modell fällen wir nach ausgiebiger Beratung und Planung anhand der klinischen Untersuchung, der Röntgendiagnostik und nicht zuletzt auch des Operationsbefunds.
Für eine defektadäquate Versorgung bei der Gonarthrose verwenden wir die folgenden, langjährig erfolgreichen Implantatsysteme:

  • Unicondyläre Schlittenprothese (kleinstes Implantat) – Teilprothese, bei der die Knorpeloberfläche auf einer Gelenkseite des Kniegelenks ersetzt wird. Voraussetzung sind eine weitgehend auf die Innen- oder Außenseite des Gelenks beschränkte Arthrose (Gelenkverschleiß) und stabile Bänder.
  • Bicondyläre Schlitten- oder Oberflächenersatzprothese – Der Schaden ist beidseitig (innen und außen), der Bandapparat (Seitenbänder) ist stabil, die Achsfehlstellung des Kniegelenks ist moderat. Die bicondyläre Schlitten- oder Oberflächenersatzprothese ist das am häufigsten verwendete Implantat.
  • Rotationsknieprothese – Prothesenform, die bei unzureichend stabilem Bandapparat und bei starken Deformitäten Verwendung findet. Die Prothesenkomponenten des Ober- und des Unterschenkels sind dabei miteinander gekoppelt und ermöglichen eine an die normale Beweglichkeit eines Knies angepasste Funktion.
Wechsel-Endoprothese

Beschwerden nach einer endoprothetischen Versorgung des Kniegelenks begründen sich zumeist durch eine Lockerung der Prothese, in einigen Fällen aber auch durch eine Schwäche der gelenkführenden Bänder nach Einsatz einer Oberflächenersatzprothese (Instabilität). In seltenen Fällen liegt auch eine Gelenkinfektion oder die Fehlstellung der Prothese vor. Hier wird dann eine Wechseloperation erforderlich, wobei wir wie bei der Erstversorgung individuell entscheiden, welches Prothesensystem geeignet ist.

Insbesondere bei stärkerer Instabilität oder nach einer Gelenkinfektion wird zumeist eine gekoppelte Prothese eingesetzt. Bei fehlender knöcherner Auflage muss die Prothese ähnlich wie beim Hüftgelenk mittels Prothesenstielen im Knochen des Ober- bzw. Unterschenkels verankert werden (schaftgeführte Prothese). In Einzelfällen, wie z.B. nach mehrfachen Wechseloperationen, wird die Rekonstruktion des knöchernen Defekts notwendig, die wir mit einem metallischen Knochenersatz oder mit Spenderknochen erreichen können. Falls erforderlich, stehen uns auch individuell gefertigte Spezialimplantate zur Verfügung.

In sehr seltenen Fällen ist der stabilisierende Muskelapparat irreparabel geschädigt und das Kniegelenk kann hierdurch nicht mehr selbständig gehalten werden. In diesem Fall kann das Kniegelenk u.U mit einem Arthrodesenagel versteift werden, sodass es möglich wird, das Bein wieder voll zu belasten.