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Willkommen in der Venen- und Dermatochirurgie

In unserem hochspezialisierten Zentrum therapieren erfahrene Experten alle Krankheitsbilder von Venenleiden und bieten eine dermatochirurgische Versorgung, die das Behandlungsspektrum der hausärztlichen Praxis übersteigt.
 

In der Venenchirurgie

Die Venenchirurgie in Kempen ist auf die Diagnostik und Therapie von Venenleiden aller Schweregrade, insbesondere auf die Volkskrankheit Krampfadern, spezialisiert. Unter chefärztlicher Leitung von Dr. med. Meike Finkenrath und ihrem Team steht der Bevölkerung hier die umfassende Expertise der Artemed Gruppe zur Verfügung, die seit über 25 Jahren auf die Behandlung von Venenerkrankungen spezialisiert ist.

Jährlich lassen sich im Artemed Verbund über 15.000 Patienten von einem interdisziplinären Ärzteteam, bestehend aus Gefäßchirurgen, Dermatologen und Phlebologen, behandeln. So profitieren auch die Patienten in Kempen von einem enormen Austausch von Erfahrung und Know-how zwischen den einzelnen Kliniken - und damit von qualitativ optimalen Ergebnissen, die höchsten medizinischen wie kosmetischen Ansprüchen gerecht werden.

Als erneut zertifiziertes Venenkompetenzzentrum stellen Dr. med. Meike Finkenrath und ihr Team eine hohe Behandlungsqualität sicher und zeichnen sich dadurch aus, dass Diagnostik und Therapie dem neuesten Stand des Wissens entsprechen. Sie bieten daher auch unterschiedliche Therapiemethoden an, um für jeden Patienten die individuell beste Behandlung zu gewährleisten.

Behandlungsspektrum Venenchirurgie

Das menschliche Bein verfügt über oberflächliche und tiefe Venen. Die tiefen Venen sind für den Rücktransport von ca. 90% des Blutes zum Herzen verantwortlich, die oberflächlichen Venen für den Rest. Die Diagnostik und Therapie des Zentrums für Venenchirurgie am Hospital in Kempen bezieht sich auf beide Venensysteme.

Besenreiser und Retikuläre Varikosis

Besenreiser sind kleinste erweiterte Venen in der obersten Hautschicht, die mit Blut gefüllt sind. Sie können durch die Haut als dunkelblaue Äderchen, rötliche Flecken oder hellrote Gefäßbäumchen sichtbar werden. Besenreiser stellen ein rein kosmetisches Problem dar.

Krankheitsbild
Besenreiser betreffen Männer genauso oft wie Frauen und können generell an allen Stellen des Beines entstehen. Besonders oft treten sie aber auf den Oberschenkeln, an der Innenseite der Unterschenkel und an den Fußrändern auf. Ursache ist eine genetische Veranlagung. Verstärkend wirken Faktoren wie häufige Sonnen- oder Dampfbäder, Saunagänge, Hormone, Schwangerschaft sowie Übergewicht oder starke Gewichtsreduktion. Sie können aber auch infolge von Krampfaderoperationen, insbesondere nach ausgeprägten Blutergüssen auftreten.
 
Therapie der blauen Äderchen/Besenreiser
Die ambulante Verödung gilt bei Besenreisern als erfolgreichste Behandlungsmethode. Hierbei wird ein spezielles Mittel (Polidocanol) in die Besenreiser gespritzt, welches ihre medikamentöse Verklebung und ihren anschließenden Abbau zur Folge hat. In Kempen bieten wir die sogenannte Sklerosierungsbehandlung mittels Mikroschaum nach Tessari oder nicht aufgeschäumt in verschiedenen prozentualen Dosierungsstufen je nach Befund an.
 
Therapie der rötlichen Flecken oder hellroten Gefäßerweiterungen
Kleinste rötliche Besenreiser an den Beinen oder im Gesicht können bei uns mittels Diodenlaser behandelt werden. Da Besenreiser ein kosmetisches Problem sind, werden die Kosten für diesen Eingriff von den gesetzlichen Kassen nicht erstattet. Mit seiner Eindringtiefe von mehreren Millimetern ist er zur Therapie von rötlichen Gefäßerweiterungen wie Besenreisern, Angiomen und Teleangieektasien und Couperose hervorragend geeignet. Mit dieser schmerzarmen Methode werden die in der oberen Hautschicht liegenden Gefäße durch Wärmewirkung verschlossen, ohne dabei das Gewebe zu schädigen. Der Laser arbeitet wirksam und schonend.
 
Retikuläre Varikosis
Die retikulären Varizen werden in der Regel ambulant mit einer Kombinationstherapie behandelt. Dabei werden in örtlicher Betäubung mit einem „Häkelnadel“ genannten chirurgischen Instrument die Venen entfernt. Benachbarte Besenreiser oder kleinere retikuläre Venen werden verödet.
Krampfadern
Krampfadern entstehen im oberflächlichen Venensystem. Als Hauptursache wird eine angeborene Bindegewebsschwäche, die über eine Ausweitung der Venenwand zu einem Verlust der Klappenfunktion in den oberflächlichen Venen führt, angenommen. Als Folge zeigen sich an den Beinen erweiterte, geschlängelt verlaufende Venen. Begünstigt wird die Entstehung durch Bewegungsmangel, alltäglliche Steh- oder Sitzbelastung, Übergewicht und hormonelle Einflüsse (Schwangerschaften). Unbehandelt können Krampfadern zu Folgeerkrankungen wie Thrombosen, Embolien, Venenentzündungen und zu chronischen Entzündungen bis hin zu einem offenen Bein führen.
 
Stammvarikosis
Ziel der Therapie einer Stammvarikosis ist es, die defekten Venenabschnitte aus dem Blutkreislauf zu entfernen, um den Blutrückfluss in das Bein zu unterbinden. Nach deren Beseitigung fließt das Blut problemlos über die intakten tiefen Venen zum Herzen zurück.
Operative Entfernung: Eine Venenoperation ist bei den meisten Patienten die sinnvollste Methode, um die Krampfadern dauerhaft zu beseitigen. Nach einem kleinen Schnitt (ca. 1,5 Zentimeter) in der Leiste oder der Kniekehle wird die Stammvene mit einer speziellen Sonde gezogen. Diese ebenso moderne wie schonende OP-Technik führt zu sehr guten medizinischen und kosmetischen Ergebnissen. Spezielle Barrieretechniken wie die sogenannte Endothelnaht verhindern ein frühzeitiges Wiederauftreten von Krampfadern (Rezidivprophylaxe). Im Rahmen einer modernen Krampfaderchirurgie werden grundsätzlich nur krankhaft veränderte Venen entfernt (stadiengerechtes Operieren). Neben dieser optimierten "minimalinvasiven" Cross- und Saphenektomie bieten wir rekonstruktive und venenerhaltende Chirurgie an (z. B. Valvuloplastie). Hierdurch wird gewährleistet, dass für eine ggf. im Lebenslauf erforderliche Bypass-Operation, z. B. am Herzen, ausreichend Gefäßersatzmaterial zur Verfügung steht (venenerhaltendes Vorgehen).
Die Operation erfolgt in örtlicher Betäubung, der aus der plastischen Chirurgie bekannten Tumeszenz-Lokalanästhesie. Nur gelegentlich ist eine zusätzliche Vollnarkose notwendig. Moderne Wundverschlusstechniken, die ohne das Entfernen von Nahtmaterial auskommen, ermöglichen ein Abheilen mit meist kaum sichtbaren Narben. Direkt nach der Operation kann und soll der Patient wieder laufen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen sollten vier bis sechs Wochen nach der Operation Kompressionsstrümpfe getragen werden.
 
Rezidivvarikosis
Rezidivvarikaikosis bezeichnet das erneute Auftreten von Krampfadern innerhalb eines bereits operierten Gebietes. Hierbei bilden sich in der Leiste oder in der Kniekehle nicht selten anatomisch sehr komplexe Venenverläufe innerhalb der Narbenregion aus (Crossenrezidiv).
Da endoluminale Therapieverfahren bei einer echten Rezidivvarikosis auf Grund der Venenstruktur nicht in Frage kommen, ist die sinnvollste Behandlungsmethode bei entsprechender Befundausprägung die erneute Operation (Crossenrevision), am günstigsten ist es dann, zusätzlich eine sogenannte "Barrier-Implantation" durchzuführen. Hierzu wird ein Polyurethan-Patch über die ehemalige Narbenregion gelegt, sodass sich keine neuen Rezidive bilden können.

Bei der Rezidiv-Operation handelt es sich um einen erheblich komplexeren Eingriff im Vergleich zu einer Erstoperation. Voroperierte Regionen sind in der Regel vernarbt und stellen besondere Anforderungen an den Operateur. Aus diesem Grund ist es hier oftmals notwendig, zu der Lokalanästhesie eine Vollnarkose hinzuzufügen. Rezidivoperationen werden bei uns täglich durchgeführt und unsere Operateure haben auch bei diesen schwierigen Eingriffen einen großen Erfahrungsschatz.
 
Varikosis im kleinen Becken
Diese oft hormonell bedingt stark schmerzende Varikosis behandeln wir mittels sogenanntem "Coiling" während einer interventionellen Ovarikographie. Dies bedeutet, dass wir während einer Kontrastmitteldarstellung der Varizen im kleinen Becken, diese durch eine gezielte Thrombosierung verschließen.
Thrombosen

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer oder in mehreren Venen. Dies wird begünstigt durch Schädigungen der Venenwand, Verlangsamung des Blutflusses (zum Beispiel durch Bettruhe) und Störungen in der Blutgerinnung, die häufig angeboren sind. Unterschieden werden Beinvenenthrombosen, die das tiefe Venensystem betreffen und Venenentzündungen, die eine Thrombose im oberflächlichen Venensystem darstellen und in der Regel weniger gefährlich sind.

Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Bei einer Venenentzündung steht die konservative Behandlung im Vordergrund: blutverdünnende Therapie mit niedermolekularem Heparin oder Fondaparinux in Form von "Bauchspritzen", Kompressionstherapie (Verband oder Strumpf) und viel Bewegung. Begleitend kann die Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln sinnvoll sein. Aber auch eine Operation kann angezeigt sein, die neben der Venenentzündung gegebenenfalls gleichzeitig auch vorhandene Krampfadern beseitigt. Die Entscheidung sollte durch einen Venenspezialisten im Einzelfall und zeitnah erfolgen.

Tiefe Beinvenenthrombose

Bei einer akuten tiefen Beinvenenthrombose erfolgt in der Regel eine konservative Behandlung. Sie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Da die Ursachen von Thrombosen sehr vielschichtig sind, sollte die genaue Therapie mit einem Venenspezialisten besprochen und individuell festgelegt werden (insbesondere da es seit Januar 2016 eine neue Leitlinie hierfür gibt). Eckpfeiler einer jeden Therapie sind wie bei der Thrombophlebitis die Blutverdünnung und die Kompressionstherapie durch einen Strumpf oder Kompressionsverband. Im Gegensatz zur Thrombophlebitis muss die blutverdünnende Therapie (in Tablettenform) über einen längeren Zeitraum (zumeist über drei bis sechs Monate), in Einzelfällen sogar zeitlebens durchgeführt werden.

Insbesondere bei entsprechender Indikation (z. B. bei jungen Frauen mit einem Beckenvenensporn, sogenanntes May Turner-Syndrom) sollte eine Rekanalisierung von Beckenvenenthrombosen mittels Einlage von Beckenvenen-Stents erfolgen. Dieser interventionelle Eingriff wird bei uns regelmäßig durchgeführt.

Postthrombotisches Syndrom (PTS)

Bei einem postthrombotischen Syndrom ist die Kompressionstherapie mittels eines Kompressionsstrumpfes üblich, der auf die individuellen Bedürfnisse angepasst wird. Bei gleichzeitig bestehenden Krampfadern muss im Einzelfall geprüft werden ob eine Entfernung möglich und auch sinnvoll ist.
Offenes Bein (Ulcus cruris)

In Deutschland leidet ca. 1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an chronischen Unterschenkelwunden. Diese sind in 70 Prozent der Fälle durch eine Venenerkrankung, in zehn Prozent durch eine arterielle Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit") und in weiteren zehn Prozent durch kombinierte venös-arterielle Durchblutungsstörungen bedingt. Die restlichen Fälle werden v. a. durch Hauterkrankungen, z. B. Gefäßentzündungen (Vaskulitits) verursacht.

Therapie

Für die Wahl der geeigneten Therapie ist es unbedingt erforderlich, die genaue Ursache des Ulcus cruris zu kennen. Daher kommen im Rahmen der Erstuntersuchung neben dem Erfragen der Krankengeschichte (Anamnese) und der eingehenden Untersuchung der betroffenen Hautstellen entsprechende Untersuchungsverfahren (Dopplersonographie, Duplexsonographie, Messung der arteriellen Verschlussdrücke, ggf. spezielle Blutuntersuchungen und Gewebeproben) zum Einsatz.

Meist ist eine kombinierte Therapie aus Operation und konservativer Behandlung notwendig. Im Vordergrund steht immer die möglichst kausale Therapie. Bei einer Venenerkrankung als Ursache ist eine Kompressionstherapie wichtiger Bestandteil der Behandlung. Bei Vorliegen einer Stammvarikosis sollte die Krampfaderoperation angestrebt werden. Über das genaue Vorgehen muss der Venenspezialist individuell und gemeinsam mit dem betroffenen Patienten entscheiden.

Neben der klassischen Therapie mit adäquater Wundbehandlung besteht die Möglichkeit, chronische Unterschenkelgeschwüre plastisch zu verschließen. Hierzu versuchen wir, etwa durch Vakuumversiegelung des offenen Beines einen möglichst optimalen Wundgrund herbeizuführen. Im Anschluss wird eine Spalthauttransplantation vom Oberschenkel auf die chronische Wunde vorgenommen, um diese dauerhaft zu verschließen. Diese beiden operativen Schritte können auch mit der sogenannten Shave-Therapie nach Schmeller, die wir regelmäßig durchführen, kombiniert werden. Die Erfolgsquoten dieses Vorgehens sind gut. Der Heilungsverlauf ist schnell und die Patientenzufriedenheit hoch.
VNUS Closure- und VenaSeal-Verfahren
VNUS-Closure (sog. Radiowellen-Therapie)
Als Alternative zum klassischen Stripping-Verfahren hat sich in den vergangenen Jahren die Radiowellentherapie zur Venenbehandlung etabliert. Diese minimalinvasive, patientenschonende Behandlungsmethode basiert wie das Erhitzen der Vene mit der Lasermethode auf einem Venenverschluss mittels Koagulation der Vene "von innen", also ohne einen offen-operativen Eingriff mittels endoluminalen Einführens eines Katherters. Nach über 1,5 Millionen Anwendungen stellt VNUS Closure ein standardisiertes Verfahren zur Operation der Stammvarikosis dar.

 

VenaSeal (sog. Venenkleber-Therapie)
Das Klebe-Verfahren ist ebenfalls eine minimal-invasive Alternative und wird ambulant ohne örtliche Betäubung durchgeführt. Bei dem Verfahren führt der Arzt unter Ultraschallkontrolle den VenaSeal-Katheter durch einen kleinen Hauteinstich in die erkrankte Vene ein. Der kleine, mit Kleber gefüllte Katheter verschließt durch millimetergenaues, kontrolliertes Freisetzen des Klebers die erkrankte Vene vollständig. Anschließend wird der Katheter wieder entfernt und die Öffnung mit einem Pflaster verschlossen. Die erkrankte Vene verschließt sich in der Regel sofort vollständig und der Patient merkt eine sofortige Besserung ohne Wundschmerz oder Gewebereizung. Sobald die erkrankte Vene verschlossen ist, wird das Blut in andere, gesunde Venen umgeleitet.
Nach der OP - Tipps für eine schnelle Genesung

Unsere modernen Operationsmethoden ermöglichen eine schnelle und umfassende Genesung. Um dieses Ziel optimal und in möglichst kurzer Zeit erreichen zu können, beachten Sie bitte nach der Operation folgende Hinweise:

  • Tragen Sie Ihre Kompressionsstrümpfe 6 Wochen nach der Operation tagsüber (es empfiehlt sich, diese morgens noch im Liegen anzuziehen, da die Beine durch die Hochlagerung in der Nacht größtmöglich entstaut sind)
  • Duschen dürfen Sie ab dem 3. Tag nach der Operation
  • Fäden in Leiste / Kniekehle werden nach ca. 10 Tagen gezogen
  • die Abheilung der Blutergüsse kann ca. 8-10 Wochen dauern
  • leichte bis normale Alltagsbelastungen sind ab dem Zeitpunkt der Entlassung erlaubt, langes Stehen oder Sitzen sollte vermieden werden
  • 14 Tage nach der Operation dürfen Sie gerne wieder Sport machen
  • eine erneute Vorstellung in unserer Ambulanz ist unter normalen Bedingungen nicht erforderlich

Vor- und Nachsorge bei Venenleiden
Um Ihre Beine langfristig in Form zu halten und von Anstrengungen zu entlasten, empfehlen wir leichte Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic-Walking, hierbei sollte auf geeignetes Schuhwerk und eine „weiche“ Bodenbeschaffenheit der Trainingsstrecke geachtet werden. Saunieren und Dampfbäder sollten reduziert werden. Kneipp'sche kalte Güsse, insbesondere Wechselduschen an den Beinen, erzeugen einen positiven, tonisierenden Effekt auf die Venen, der auch noch über Stunden anhält.

Tanzvenengymnastik und Venengymnastikgruppe
Venengymnastik: mittwochs, donnerstags (9.30 Uhr), samstags (9.30 Uhr)
Neben medizinisch und kosmetisch optimalen Ergebnissen streben wir eine nachhaltige Beschwerdefreiheit unserer Patienten an. Um einer erneuten Krampfaderbildung vorzubeugen, empfehlen wir deshalb regelmäßige Venengymnastik. Die bekannte Venengymnastik nach Jünger haben die Venenspezialisten, insbesondere Dr. Meike Finkenrath, in Kooperation mit erfahrenen Physiotherapeuten modifiziert und bieten sie für unsere Patienten mittwochs, donnerstags und samstags um 9.30 Uhr im Gymnastikraum der Physiotherapie kostenlos an. Auch Besucher von außerhalb sind herzlich willkommen.

Tanzvenengymnastik (mittwochs von 17.30 bis 18 Uhr)
In Kooperation mit der Kempener Tanzschule Reifenrath (Kempener Tanztreff) haben unsere Venenspezialisten zudem in Anlehnung an die erfolgreiche Tanzvenengymnastik mit den Choreographen der Tanzschule SDance eine unterhaltsame Form der Venengymnastik entwickelt, die gezielt die Beinmuskulatur anspricht. In der Artemed-Klinik in Bad Oeynhausen wird diese Form der von Dr. Elvira Fust entwickelten Förderung des venösen Blutrückflusses aus den Beinen seit 2006 drei Mal wöchentlich mit sehr großem Erfolg angeboten. Die entwickelten Bewegungseinheiten sind bestens geeignet, den Venenblutrückfluss extrem zu fördern und das Thromboserisiko deutlich zu senken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dadurch zukünftigen Venenerkrankungen vorgebeugt werden kann.

Die Tanzlehrerin Jutta Reifenrath bietet im Gymnastikraum des Hospital die unterhaltsame Form der Venengymnastik mit kurzen choreographischen Folgen zu entsprechender Musik und je nach patientenindividueller Belastbarkeit an - um gezielt die Beinmuskulatur anzusprechen. Diese Form der Gymnastik führt neben guter Laune zu schnellen Erfolgen und hat weitere positive Effekte: Die Übungen sprechen fast alle Muskelgruppen an, die Patienten fühlen sich insgesamt entspannter und konzentrieren sich nicht ausschließlich auf vorhandene Beschwerden. Der Kurs ist ebenfalls kostenlos, auch hier sind externe Besucher herzlich willkommen.

Zudem gibt es mittwochs um 14.30 Uhr eine Video-Vorführung zur Tanzvenengymnastik.

Bei Fragen zu unseren Angeboten rufen Sie uns gerne an unter 02152-142-1301.

Wochenprogramm auf unserer Station

   

In der Dermatochirurgie

Die Haut ist mehr als nur die schützende Hülle um unsere Organe, Muskeln und Knochen - sie führt zahlreiche Funktionen aus: Sie reguliert die Körpertemperatur und den Wasserhaushalt, ist „Schutzschild“ vor Mikro-Organismen sowie UV- Strahlung und dient als Sinnesorgan. Mit ca 2 Quadratmetern ist die Haut das größte Organ des Menschen.

Im Bereich der Dermatochirurgie bietet das Hospital zum Heiligen Geist in Kempen die fachliche Kompetenz und medizinische Infrastruktur für alle Arten von Operationen an der Haut, die das Leistungsspektrum einer ambulanten Versorgung in einer Praxis übersteigen. Insbesondere bei sog. Maximalbefunden, also besonders stark ausgeprägten Krankheitsbildern und Nebenerkrankungen, kann ein kurzer stationärer Aufenthalt nach einer Operation ratsam sein. In diesem Fall sorgen die freundliche, familiäre Atmosphäre des Krankenhauses und hohe Zimmerstandards für einen besonders angenehmen Besuch mit besten Voraussetzungen für eine schnelle Genesung. Selbstverständlich behandeln wir Patienten aller gesetzlichen Krankenkassen sowie Privatkrankenversicherte.

Hautkrebs

Der Volksmund unterscheidet meist nur zwischen "hellem" (weißem) und "schwarzem" Hautkrebs. Dies ist jedoch ungenau: Es ist durchaus nicht so, dass weißer Hautkrebs weniger gefährlich wäre als schwarzer. Ein tief in die Haut eindringendes weißes Plattenepithelkarzinom, das schon gestreut hat, ist für den Patienten gefährlicher als ein früh erkanntes, sehr dünnes Melanom.

Schwarzer Hautkrebs (Malignes Melanom)
Die Therapie des malignen Melanoms ist die operative Entfernung (Exzision). Die Ausdehnung richtet sich nach der Tumordicke. Handelt es sich um ein ganz oberflächliches Melanom (Melanoma in situ), wird der Tumor mit einem Sicherheitsabstand von 5 mm ausgeschnitten. Bei einer Tumordicke bis 2 mm erfolgt eine Entfernung bis zur Muskelhaut mit einem Sicherheitsabstand von 1 cm. Ist der Tumor dicker als 2mm, muss ein Sicherheitsabstand von 2 cm eingehalten werden. Dieser Sicherheitsabstand verringert das Wiederauftreten an der Entstehungsstelle des Melanoms.
Ab einer Tumordicke von 0,8 mm ist es zu empfehlen, den ersten drainierenden Lymphknoten aus der Lymphabflussbahn zu entfernen (Sentinel Node Biopsie). Kenntlich gemacht wird dieser durch eine radioaktive Markierung und das Einspritzen eines Farbstoffes (Patentblau V). Die Besiedlung des ersten drainierenden Lymphknotens mit Tumorzellen ist ein wichtiger Hinweisgeber für das Ausgehen der Tumorerkrankung und für das Einleiten von Folgetherapien und weiteren Untersuchungen. Je nach Befund sind ergänzende radiologische Untersuchungen, wie z. B. eine Lymphknoten-Sonografie, CT- und/oder MRT-Aufnahmen notwendig.

Weißer Hautkrebs
Beim Basalzellkarzinom ist die histographisch kontrollierte Exzision die richtige Therapie. Dabei wird der Tumor operativ mit einem Sicherheitsabstand von ca. 2 mm entfernt und der Defekt zunächst mit einer Kunsthaut verschlossen. Beim Stachelzelltumor wird primär ein etwas größerer Sicherheitsabstand gewählt. Per Mikroskop wird dann geprüft, ob der Tumor vollständig entfernt wurde. Ist dies nicht der Fall, wird in der nächsten Sitzung an den Stellen, an denen der Tumor nicht vollständig entfernt wurde, nachgeschnitten. Ist der Tumor letztendlich komplett entfernt, wird der entstandene Defekt je nach Größe sowie nach kosmetischen und funktionellen Gesichtspunkten bestmöglich verschlossen. In der Regel kann sowohl die Exzision als auch der Wundverschluss in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Nachsorge
Wer einmal an Hautkrebs erkrankt war, hat ein erhöhtes Risiko, im Laufe seines Lebens nochmal einen Hauttumor zu entwickeln. Deshalb ist es wichtig, nach der Behandlung die Nachsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Diese umfassen einen Zeitraum von fünf (nach Basaliom und Plattenepithelkarzinom) bzw. zehn Jahren (nach Melanom). Die Ergebnisse werden in den Nachsorgepass eingetragen, den Sie nach der Diagnosestellung des Hautkrebses erhalten haben. Der Nachsorgepass ist ein wichtiges Dokument - bringen Sie ihn bitte zu jeder hautärztlichen Untersuchung mit!

Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis)

Die Steißbeinfistel ist eine chronische Entzündung in der Analfalte. Betroffen sind vorwiegend junge Männer mit starker Körperbehaarung. Die gängigste Therapie ist die komplette Exzision des befallenen Areals bis auf die Haut des Steißbeines. Diese führen wir in enger Kooperation mit der allgemeinchirurgischen Abteilung im Hause durch; gemeinsam bilden wir auch die Assistenzärzte in Weiterbildung beider Fachabteilungen fort.

Krankheitsbild
Man geht davon aus, dass unter der Haut Haarfollikel wachsen und Haare bilden, ohne dass diese nach außen wachsen können. Diese infizieren sich regelmäßig und führen zu chronischen Infekten in Fistelform, die sich spontan entleeren, um dann nach einiger Zeit erneut aufzutreten.

Therapie
Therapie der Wahl der Steißbeinfistel ist die komplette Entfernung des betroffenen Gewebes bis auf die Haut des Steißbeines. In der Regel wird bei dieser Operation der Defekt offen gelassen und solange gewartet, bis die Wunde zugewachsen ist. Dies ist mit einem relativ langen Heilungsverlauf (meist sechs bis acht Wochen) verbunden. In unserer Klinik versuchen wir deswegen, den entstehenden Defekt direkt zu verschließen. Hierzu wird eine Drainage in die Wundhöhle eingelegt und für einige Tage ein Antibiotikum verabreicht. Dies ist mit einem deutlich kürzeren Heilungsverlauf verbunden, so dass die Patienten meistens zwei Tage nach der Operation bereits wieder duschen können. Die Fäden werden nach ca. 8 bis 10 Tagen entfernt. Die Therapie mit direktem Wundverschluss geht mit einem leicht erhöhten Rückfallrisiko einher, wobei die Quote uneinheitlich angegeben wird.

Akne inversa

Akne inversa ist eine chronische Entzündung der Haut und Unterhaut, vor allen Dingen in den Achselhöhlen, unter den Brüsten und in der Leiste. Die Krankheit ist weit verbreitet aber dennoch schwer einzuschätzen, da die Dunkelziffer aufgrund von Fehldiagnosen sehr hoch ist. Experten gehen in Deutschland von bis zu 3 Millionen Betroffenen aus. Ein Großteil der Patienten raucht, Nikotinverzicht führt in der Regel zu einer deutlichen Minderung der Krankheitsaktivität.

Krankheitsbild
Die genaue Ursache für die Akne inversa ist nicht geklärt. Ein Zusammenhang mit der klassisch bekannten Akne im Rahmen der Pubertät oder später ist nicht nachgewiesen. Bis zur Diagnosestellung der Akne inversa werden die Patienten häufig unter der Diagnose „Abszess“ behandelt - oft auch chirurgisch. Die medikamentöse Therapie dieser chronischen Entzündung ist oft vergebens. Eine langfristige Antibiotikatherapie kann als Therapieoption für 3 Monate versucht werden.

Therapie
Die einzige sichere Therapie ist die chirurgische Entfernung des gesamten befallenen Hautareals. Soweit möglich versuchen wir in unserer Klinik, die entstehenden Defekte direkt zu verschließen, was zu einem erheblich kürzeren Heilungsverlauf im Gegensatz zur klassischen sekundären Wundheilung führt. Es ist hierbei mit einem stationären Aufenthalt von einigen Tagen zu rechnen. Die Rückfallquote ist dabei um etwa 5 bis 10% höher als bei einer sekundären Wundheilung.

Offenes Bein (Ulcus cruris)

In Deutschland leidet ca. 1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an chronischen Unterschenkelwunden. Diese sind in 70 Prozent der Fälle durch eine Venenerkrankung, in zehn Prozent durch eine arterielle Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit") und in weiteren zehn Prozent durch kombinierte venös-arterielle Durchblutungsstörungen bedingt. Die restlichen Fälle werden v. a. durch Hauterkrankungen, z. B. Gefäßentzündungen (Vaskulitits) verursacht.

Therapie

Für die Wahl der geeigneten Therapie ist es unbedingt erforderlich, die genaue Ursache des Ulcus cruris zu kennen. Daher kommen im Rahmen der Erstuntersuchung neben dem Erfragen der Krankengeschichte (Anamnese) und der eingehenden Untersuchung der betroffenen Hautstellen entsprechende Untersuchungsverfahren (Dopplersonographie, Duplexsonographie, Messung der arteriellen Verschlussdrücke, ggf. spezielle Blutuntersuchungen und Gewebeproben) zum Einsatz.

Meist ist eine kombinierte Therapie aus Operation und konservativer Behandlung notwendig. Im Vordergrund steht immer die möglichst kausale Therapie. Bei einer Venenerkrankung als Ursache ist eine Kompressionstherapie wichtiger Bestandteil der Behandlung. Bei Vorliegen einer Stammvarikosis sollte die Krampfaderoperation angestrebt werden. Über das genaue Vorgehen muss der Venenspezialist individuell und gemeinsam mit dem betroffenen Patienten entscheiden.

Neben der klassischen Therapie mit adäquater Wundbehandlung besteht die Möglichkeit, chronische Unterschenkelgeschwüre plastisch zu verschließen. Hierzu versuchen wir, etwa durch Vakuumversiegelung des offenen Beines einen möglichst optimalen Wundgrund herbeizuführen. Im Anschluss wird eine Spalthauttransplantation vom Oberschenkel auf die chronische Wunde vorgenommen, um diese dauerhaft zu verschließen. Diese beiden operativen Schritte können auch mit der sogenannten Shave-Therapie nach Schmeller, die wir regelmäßig durchführen, kombiniert werden. Die Erfolgsquoten dieses Vorgehens sind gut. Der Heilungsverlauf ist schnell und die Patientenzufriedenheit hoch.

   

Dr. med. Meike Finkenrath
Chefärztin Venenchirurgie
Fachärztin für Dermatologie
Zusatzbezeichnungen Phlebologie, Allergologie, Proktologie

Prof. Dr. med. Bruno Geier

Chefarzt Gefäßchirurgie, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie, Phlebologie, Endovaskulärer Chirurg

Torsten Diana

Oberarzt Gefäßchirurgie, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie

Ariane Platen

Sekretärin

  

Sprechstunden
Montag

08:30-17:30 Uhr, Chefärztin Dr. Meike Finkenrath

08:30-16:00 Uhr (bzw. bis 18:30 Uhr), Oberarzt Torsten Diana

Dienstag

13:00-15:00 Uhr, Chefarzt Prof. Bruno Geier

08:00-11:00 Uhr, Oberarzt Torsten Diana

11:00-15:30 Uhr, spezielle Sprechstunde für Patienten mit Lymph-/ Lipödem

Mittwoch

08:30-16:00 Uhr, Oberarzt Torsten Diana

Donnerstag

09:00-16:30 Uhr, Chefärztin Dr. Meike Finkenrath

Freitag

08:00-16:00 Uhr, Chefärztin Dr. Meike Finkenrath